Hauskreis - wo Gemeinde erlebt werden kann...
Liebe Gemeinde,
um auf dem "Weg des Glaubens" zu wachsen genügen mir die Sonntagsgottesdienste nicht. Ich brauche eine gute Kleingruppe, in der man sich gegenseitig begleitet und fördert.
Damit eine Kleingruppe wirklich gewinnbringend ist, müssen die Teilnehmer bereit sein über ihre Schwierigkeiten, Herausforderungen, Zweifel, Versuchungen und Versagen zu sprechen.
Ja, das bedeutet Risiko. Aber ich werde kein "unkalkuliertes". Risiko eingehen. Wenn ich spür, dass jemand gegen mich eingestellt ist, werde ich mich ihm gegenüber nicht zu sehr öffnen. Aber dann hab ich mir gedacht, ein gewisses Risiko werde ich immer eingehen müssen. Offener Austausch bedeutet immer sich bis zu einen gewissen Grad verletzlich zu machen: dass mein Vertrauen missbraucht wird, dass die anderen Teilnehmer nicht mitgehen oder dass ein Leiter mich nicht schützt. Möge das alles nie passieren! Aber ich bin erinnert worden, dass Liebe heißt "sich verletzlich machen". Aufhören sich verletzlich zu machen ist das Ende von echtem geistlichen Wachstum. Darum will und werde ich diesen Weg nicht beschreiten. Sollte ich wirklich verletzt werden, will ich (wenn möglich) meine Situation offen ansprechen, vergeben und mir notfalls auch eine andere (Hauskreis-) Gemeinschaft suchen.
In dem Hauskreis, wo ich sein möchte, erhoffe ich mir gemeinsames Studieren von Gottes Wort. Aber alle Erkenntnisse müssen Anwendung auf das konkrete Leben im Alltag finden. Und dann hoffe ich, dass wir uns an fünf Regeln orientieren, die an John Wesleys Gruppenregeln von 1783 angelehnt sind (ein berühmter Prediger in England, der die Methodistenkirche gegründet hat):
1. Ehrlichkeit: Ich will euch mein Versagen und meine Sünden bekennen und meine Schwierigkeiten mit euch teilen.
2. Umsetzung im Alltag: Ich will mit euch zusammen lernen, die Wahrheiten der Bibel auf mein tägliches Leben in Beruf, Familie, Gemeinde und Beziehungen anzuwenden.
3. Rechenschaft: Ich teile euch meine Veränderungsschritte mit und lege Rechenschaft ab über Fort- und Rückschritte.
4. Führung: Ich teile mit euch wichtige Lebensentscheidungen und höre auf eure Eindrücke und euren Rat.
5. Ermutigung: Ich fühle mich für euch verantwortlich und möchte euch unterstützen, begleiten, ermutigen, lieben und für euch beten.
Ich lade alle Hauskreisleiter und Teilnehmer ein, sich auf diese fünf Regeln einlassen. Überlegt gegebenenfalls wo es Schwierigkeiten gibt und was man dagegen tun kann!
Auf der Rückseite des Quartalblatts sind unsere "offenen Hauskreise" aufgelistet. Du bist herzlich eingeladen sie kennenzulernen, zunächst auch unverbindlich. Kontaktiere den Hauskreisleiter!
In diesem Sinn wünsche ich uns allen gute Hauskreis-Erfahrungen!
Herzlich, Rainer Ragette